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Impressumspflicht in Blogs

19. Oktober 2007

paragraphendschungel3.gif Wir sind in Deutschland – hier herrscht Recht und Ordnung! In jedes Blog – und mag es sich auch mit noch so banalen oder privaten Themen befassen – gehört ein ordentliches Impressum. Deutsche Gründlichkeit, eben. Was ist eigentlich mit dem viel gerühmten Datenschutz?

Nun denn, mir soll’s recht sein, ich hab ohnehin nichts zu verbergen. Befremdlich finde ich allerdings irgendwie schon, dass jede Seite, und sei es nur ein Blog in dem ein Schulkind von den Abenteuern seines Meerschweinchens berichtet, sämtliche private Daten preisgeben muss. Ebenfalls befremdlich finde ich, dass man sich für jedes belanglose Geschreibsel erstmal mit einem von klugen Anwälten entworfenen Haftungsauschluss (Disclaimer) vor eventuellen Angriffen seiner menschlichen Artgenossen schützen muss.

Hinzu kommt, dass die Impressumspflicht auch in gewissen Dingen einschränkt: Will jemand in seinem Blog darüber berichten, dass er sich auf den nächsten Urlaub freut, und es am kommenden Montag für 3 Wochen in den sonnigen Süden geht, sollte er sich das besser verkneifen – auch Einbrecher haben Zugriff auf das Internet. Wie praktisch für diese, wenn dann (korrekt deutsch) die komplette Adresse im Impressum steht!  (Noch praktischer für die Einbrecher, wenn irgendwo im Blog auch schon mal Fotos von der Wohnung veröffentlicht wurden. Dann wissen sie gleich genau wo was zu finden ist und müssen nicht lange suchen.)

Nicht zu vergessen: Die Spamfuzzies! Auf unzähligen Internetseiten, die sich mit dem Thema Impressumspflicht beschäftigen, wird auch gleich darauf hingewiesen, dass Abmahnungn & hohe Geldstrafen drohen, wenn das Impressum nicht korrekt angegeben wird. Was droht eigentlich diesen Spamfuzzies, die täglich Millionen Spams versenden? Scheinbar nichts, denn anders kann ich mir kaum erklären, warum täglich unzählige Angebote für Penisverlängerungen, Potenzmittel, Sexseiten, Drogen und sonstigen Dreck bei mir eingehen. (Der Impressumspflicht sei Dank!) Diese Art vom Spams ist ja „nur“ lästig & zeitraubend, aber gefährliche Phishing-Mails & Spams, die mit Trojanern versehen sind, werden ebenfalls Millionenfach versandt. Der Impressumspflicht sei Dank, haben die Versender dieses Mülls ein schönes leichtes Spiel: Ihre Robots brauchen nur nach dem Zauberwort „Impressum“ zu suchen und haben alles, was das Spammer-Herz begehrt!

Datenschutz? Jugendschutz? Namen sind Schall und Rauch – hier herrscht Recht und Ordnung!

Das musste mal raus, nachdem ich gerade die tägliche Flut von 158 Spammails gelöscht habe…

3 Kommentare

  1. Mir auch unbegreiflich. Wenns drum geht Überwachungsvideos zur Verbrechensaufklärung auszuwerten, rebellieren die Datenschützer. Selbst wenn es um Mord geht! Aber wer z.B. eine harmlose Seite über seine Hobbys ins Netz stellen will wird gesetzmäßig zum Datenstriptease gezwungen. Verdrehte Welt..


  2. Das ist ja Unsinn was du hier schreibst. Kinder müssen nicht ihre Daten veröffentlichen. Sie können die Anschrift der Erziehungsberechtigten angeben.


  3. Na das macht ja Sinn, lieber Stefan. Falls dein Kommentar nicht ironisch gemeint sein sollte ist diese Logik ist einfach umwerfend! Hast du schonmal darüber nachgedacht, dass die Adresse der Eltern meist identisch ist, mit der des Kindes? Soll durchaus vorkommen.

    Kleiner Tipp: Erst denken, dann kommentieren! 😉



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